|
Die verkehrstechnische Ausbildung.
Mittlerweile kommen wir mit unserem Fahrzeug so
gut zurecht, dass wir uns ohne weiteres in den Stadtverkehr wagen dürfen. Deshalb wollen wir uns jetzt dem nächsten Kapitel zuwenden.
Vielen genügt das, was sie nun
können, vollauf. Doch ein Auto sicher und gewandt durch den immer dichter werdenden Verkehr zu steuern, ist nicht das gleiche, als ein Auto lediglich sicher zu bedienen. Manche glauben, wenn sie das Auto einigermassen gut beherrschen und sich dabei auch noch in ihrem Fahrstreifen halten können, dann war das schon alles, was es zu üben galt.
Bei einigen meiner Freunde, besonders denjenigen mit südländischem Temperament, konnte ich mit tödlicher
Sicherheit
in dieser Phase der Ausbildung mit der Frage rechnen, wann denn endlich Prüfung sei? In ihrer Heimat reicht offenbar völlig, was sie bis zu diesem Zeitpunkt gelernt haben.
Je besser man jedoch ausgebildet ist und je sicherer man sich hierzulande durch den Verkehr bewegt, desto
höher werden auch die Erwartungen den anderen Verkehrs- teilnehmern gegenüber. Deshalb ist in unseren Breiten auch kein Platz für halbfertige
Autofahrer. Jeder erwartet vom Anderen ein Maximum an
Fahrkultur. Auf Toleranz wird dabei gerne verzichtet. Möglicherweise ist das der Grund, warum der deutsch- sprachige Autofahrer zu den gefürchtetsten auf dieser Welt zählt; der mehrheitlich auf seinem Recht besteht und nur eigene, nicht aber Fehler anderer verzeiht. Diese hohen Ansprüche werden selbstverständlich auch uns gegenüber gestellt. Mag der südländ- ische Verkehr auf uns zunächst wie das blühende Chaos wirken, so ist doch auf den zweiten Blick deutlich zu erkennen, dass dort auf den Mitmenschen mehr Rück- sicht genommen wird als in unserer Heimat.
|